Heute Abend feierte der Hollywood Action-Film “Knight & Day” seine Deutschlandpremiere in München. Ein überraschend großes Event für die Stadt, welche schon lange keine Filmpremiere mehr von diesem Ausmaß zu sehen bekam. Groß machte die Premiere vor allem die Ankündigung der beiden Hollywood-Großkaliber Tom Cruise und Cameron Diaz, welche in den Hauptrollen des Film zu sehen sein werden.
Außergewöhnlich für München war auch die Location der Premiere. Schier der gesamte Stachus war in ein gigantisches “Knight & Day” Rondell verwandelt worden – der darunterliegende Stadtbrunnen komplett abgedeckt. Meterhohe Banner mit den Köpfen von Cruise und Diaz dominierte das Zentrum Münchens. Im Inneren des Rondells war die Eventorganisation und Presse platziert – in einem Streifen rundherum der rote Teppich und eine weitere Absperrung.
Mit einem derartigen Aufzug, war es ein Leichtes den Teppich mit unzähligen Schaulustigen zu füllen. Schon eineinhalb Stunden vor angekündigtem Beginn war das Rondell mit fünfer und zehner Reihen von wartenden Zuschauern umringt, die sich in der Abendhitze versuchten Stück für Stück nach vorne zu pressen. Die Organisatoren verteilten Wasserflaschen in die Menge, die aber wie der sprichwörtliche “Tropfen auf den heißen Stein” in der dehydrierenden Masse verpufften.
Viel Premieren-Prominzenz, gab es dann auch gar nicht zu sehen. Germany’s Topmodel Barbara Meyer dreht noch eine Runde vor den Kamerateams, bevor Showgirl Davorka beim Versuch desgleichen durch die Ankunft von Cruise und Diaz unterbrochen wurde. Fernes Geschrei kündigte an, dass es nun soweit war, lange noch bevor die beiden zu sehen waren.
Gemeinsam liefen Tom Cruise und Cameron Diaz den Teppich ab, grüßten freundlich entspannt in die Menge und Tom versprach “I’ll be back”. Das klingt zwar nach Schwarzenegger und in den meisten Fällen nach einer faulen Promi-Ausrede, aber der Mann sollte sein Wort halten.
Den Reporter-Parkour schritten die beiden in erstaunlich zügigem Tempo Seite an Seite ab und posierten vor den schreienden Kamerateams. Während Cameron Diaz sich gleich in ein Fernsehinterview stürzte, machte sich Tom Cruise umgehend daran sein Versprechen einzulösen und ging wieder ganz zurück an den Anfang des roten Teppichs. Mit dem Rücken zur Presse signierter er die Reihen der Fans Meter für Meter, machte Fotos und schüttelte Hände.
Als er sich langsam in Richtung meines Standpunkts vorgearbeitet hatte, konnte ich mit nicht geringem Erstaunen feststellen, wie entspannt und locker er dabei wirkte. Er ging von Fan zu Fan und schaute jeden einzelnen fast erwartungsvoll an, als wolle er sagen: “Jetzt haben wir 5 Sekunden. Was möchtest Du damit machen? Autogramm, Foto, Hände schütteln, Unterhaltung? Such es Dir aus!”
Weil ich mich nicht entscheiden konnte oder wollte, schüttelte ich zunächst seine Hand, hielt danach mein mitgebrachtes “Top Gun” Foto für ein Autogramm hin und warf noch schnell ein “Schön das du wieder hier bist” hinterher. Ja, er ist gerne in München antwortet er und erzählt, dass er gestern Abend in einem Biergarten gewesen sei und es ganz toll fand. “In welchem?” frage ich nach? “Weiß ich nicht mehr. Wie heißt der älteste Biergarten?”. Ich weiß es nicht. Meine Recherchen zu Hause ergeben, dass es wohl der Augustiner Biergarten gewesen sein muss. Toll! Ein kleines Schwätzchen mit Tom Cruise – das gibt es auch nicht alle Tage.
Cameron Diaz ist derweilen noch in weiteren Interviews verstrickt und beginnt er wesentlich später mit dem Signieren. Dafür macht Sie es, ganz ohne Unterhaltungen und Fotos, um so effizienter und überrundet Tom Cruise sogar recht bald.
Als beide meinen Standplatz passiert hatten, gab ich den drückenden Ellenbogen von hinten nach und räumte das Feld. Die Menschen drückten zeitweise derart, dass die Absperrungen drohten nachzugeben. Ein Mädchen aus der ersten geriet sogar in Panik und musste rausgezogen werden.
In Summe war es eine sehr anstrengende Premiere mit geringer Beute und dafür mit einem komplett neuem Bild von Tom Cruise. Ich hatte wohl den überehrgeizigen und untergroßen ScienceTology-Titanen erwartet und stattdessen den ersten Hollywood-Star getroffen, dem seine Fans aufrichtig um ein Vielfaches wichtiger waren als der gesamte Medienrummel rundherum.







